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Abiturverl 0720   1Am Johannes-Heidenhain-Gymnasium wurden am gestrigen Freitag 37 Abiturienten verabschiedet, der kleinste Jahrgang seit langer Zeit. Die Schüler erreichten trotz widriger Bedingungen in diesem ungewöhnlichen Schuljahr sehr gute Leistungen. Rebekka Fackler und Sebastian Sändig sind mit einem Schnitt von 1,3 die Besten.

Bei der Abiturfeier im vergangenen Jahr hatte Oberstudiendirektor Matthias Schmid in seiner Rede davon gesprochen, dass 2019 aufgrund der Fridays for Future Bewegung ein Jahr der Veränderung und mit einer Zeitenwende verbunden sei. „Ich lag knapp daneben. Es ist das Jahr 2020, das die ganze Welt in so massiver Weise verändert hat, dass schon jetzt klar ist, dass es unvergesslich bleibt.“

Abiturverl 0720   2Für die Abiturienten sei heuer vieles anders, wie Matthias Schmid in seiner Ansprache ausführte: „Die Leichtigkeit des Seins, die einen nach dem bestandenen Abitur normalerweise überfällt, einfach in den Tag hineinzuleben, rauschende Feste mit vielen Menschen feiern, die Welt bereisen, all diese Dinge bleiben euch momentan verwehrt.“ Bei aller Tragik gebe es aber auch Positives an der Krise. Die Menschen hätten wieder gelernt, sich mehr mit sich selber auseinander zu setzen, würden wieder erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist und Dinge neu entdecken, für die sonst nie Zeit war. An die Abiturienten gerichtet betonte der Schulleiter: „Es liegt jetzt auch an euch, die positiven Dinge zurückkehren zu lassen und die negativen Dinge endgültig hinter uns zu lassen.“ Die Lehrer am Johannes Heidenhain Gymnasium hätten ihnen das nötige Rüstzeug mitgegeben, damit die jungen Menschen mitreden, mitentscheiden und mitgestalten können. „Nutzt eure Talente, geht positiv in die Zukunft, setzt euch für ein gutes Miteinander ein.“ Eine besondere Ehrung hatte Matthias Schmid für Rebekka Fackler und Sebastian Sändig, die beiden Besten des Jahrganges. Er dankte außerdem Rebekka Fackler und Fabian Dopler für ihr langjähriges Engagement als Schülersprecher.

Elternbeiratsvorsitzender Christian Stoib, der dieses Amt seit 2012 inne hatte und nun niederlegt, da seine jüngste Tochter unter den Abiturienten ist, charakterisierte den ihm sehr gut bekannten Jahrgang. „Die diesjährigen Absolventen wollen Veränderung, es darf und kann für sie kein weiter so geben.“ Die Schüler hätten sich schon letztes Jahr bei Fridays for Future stark engagiert und die Zeit im Gymnasium habe sie gelehrt, auch künftig „die richten Fragen zum richtigen Zeitpunkt“ zu stellen. 

Laut Bürgermeister Hans Peter Dangschat können die Absolventen stolz auf sich sein, da sie mit dem Abitur den höchsten Schulabschluss geschafft haben, „und das in Bayern“, wie er ausdrücklich betonte. Das Ende der Schulzeit sei nun der Beginn eines ganz neuen Weges: „Sie haben alle Möglichkeiten und das ist was Tolles.“ Das Stadtoberhaupt gab ihnen mit, sich gut zu überlegen, welcher der richtige Weg für jeden Einzelnen von ihnen ist.

In einer launigen Rede blickten Ricarda Dizdarevic und Stefan Wallner auf ihre gemeinsame Schulzeit und so manche Erlebnisse zurück. Nachdem zahlreiche Mitschüler des Jahrganges die Schule im Laufe der Jahre verlassen haben, sei aus ihnen eine geschlossene Gruppe mit fast familiärer Atmosphäre geworden. „Wir hatten zusammen eine schöne und gute Zeit, die wir nicht vergessen werden.“

Die Abiturfeier musste dieses Jahr Corona bedingt kleiner ausfallen als sonst üblich. Die Schüler saßen in der Aula im gebührenden Abstand und nur jeweils mit ihren Eltern zusammen und auch auf der Bühne waren Abstandsmarkierungen angebracht. Das große Gruppenbild konnte nicht gemacht werden und es durfte auch keinen Abiball geben. Dennoch fand die Feier im gebührenden Rahmen statt und wurde musikalisch von den Abiturienten selber und dem Ensemble der Q12 umrahmt.

P. Mix

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