headerimage_easter_1.jpg

b_290_193_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_1.jpgNach knapp acht Stunden Zugfahrt und einem – durch das Gepäck – etwas beschwerlichen Fußmarsch durch die langen Tunnel und die engen Schranken der Pariser Metro, kam unser kleines Grüppchen an der Jugendherberge „Yves Robert“ im 18. Arrondissement an, die für die nächsten vier Tage unser Zuhause sein sollte. Die moderne Bauweise des Gebäudes (eine gelungene Mischung aus Holz, Beton und Stahlträgern) fiel uns gleich ins Auge. Ursprünglich eine Bahnhofshalle der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, wurde das Gebäude innerhalb von drei Jahren umgebaut und in ein wahres Solarkraftwerk umfunktioniert.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt den gesamten Komplex mit erneuerbarer Energie. Davon abgesehen gibt es wassersparende Duschen, Wasserhähne und Toiletten. Überdies fiel uns positiv auf, dass die Herberge umfassende Maßnahmen ergriffen hat, um Menschen mit Behinderung, vor allem blinden Mitmenschen, die Orientierung zu erleichtern (z.B. ‚Tastspuren‘, die zu den Zimmern und zum Speisesaal führen, Etagenpläne in Brailleschrift). Auch mit der Einrichtung der Zimmer und dem Frühstück waren wir zufrieden. Die Herberge war somit in allen Belangen ein absoluter Glücksgriff.

Noch am ersten Abend fuhren wir mit der Metro zum nahe gelegenen Stadtviertel Montmartre. Eine Mitschülerin übernahm die Aufgabe, uns durch das schöne Viertel, das für seine vielen Künstler berühmt ist, zu führen. Zuerst haben wir die Basilika „Sacré-Coeur“ besichtigt. Im Inneren der Kirche entdeckten wir zahlreiche beeindruckende Kunstwerke. Danach sind wir zum malerischen „Place du Tertre“ gegangen, auf dem wir über die Geschichte der Künstler von Montmartre informiert wurden. Der Weg führte uns sodann zu einer der zwei letzten Windmühlen in Paris. Ihre Aufgabe bestand einmal darin Trauben und Weizen zu verarbeiten. Nach langem Suchen fanden wir schließlich auch die „Mur des je t’aime“ (dt. die Ich-Liebe-Dich-Mauer). Leider konnten wir sie nur aus der Ferne begutachten, da der Zugang abends verschlossen wird. Die Mauer besteht aus 612 Kacheln, auf denen 311 Mal „Ich liebe Dich“ in 250 Sprachen steht. Den krönenden Abschluss des Rundgangs bildete das bekannte ‚Moulin Rouge‘.

Nach unserem ersten gemeinsamen Frühstück haben wir uns am nächsten Tag mit der Metro auf den Weg zu einem Fahrradverleih gemacht. Um zehn Uhr startete dort unsere Tour mit der Fremdenführerin Nina. Auf weniger befahrenen Gassen fuhren wir gemütlich durch das Zentrum von Paris. Auf unserer Radtour entdeckten wir ehemalige herrschaftliche Stadthäuser, kleine Parkanlagen und Plätze, unter anderem den „Place des Vosges“, bei dem die prunkvollen Gebäude am Rand an einen Hofgarten erinnern. Bei wunderbarem Wetter genossen wir bei mehreren Zwischenstopps die Atmosphäre der Großstadt und den schönen Ausblick auf die Seine. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie „Notre-Dame“ oder den „Louvre“ ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Uns allen hat dieser Ausflug sehr gut gefallen, weil man mit dem Fahrrad in nur drei Stunden viel bequemer als zu Fuß die Stadt und das Geschehen auf den Straßen erleben kann.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es am Nachmittag in das Museum der „Orangerie“. Das Museum ist wunderschön gelegen mitten im Garten der Tuilerien. Bekannt ist das Museum vor allem für die beiden ovalen Räume mit den Seerosenbildern Claude Monets, die wir unter Anleitung einer französischen Führerin zuerst besuchten. Monet wollte in seinen Bildern die Veränderungen des Lichts und des Wassers einfangen. Er malte die Bilder in seinem Garten in Giverny nahe Paris. Beeindruckt von der Tiefe und Unendlichkeit der Gemälde, setzten wir unseren Rundgang im Untergeschoss fort. Hier befindet sich die Kunstsammlung von Walter-Guillaume. Der Kunstsammler und seine Frau Domenica interessierten sich für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Zur Sammlung gehören Werke von Picasso, Soutine, Derain, Marie Laurencin sowie auch von Renoir und Cézanne.

Am späten Nachmittag trafen wir uns dann noch mit Nina Kröger, die in Paris lebt. Sie stellte uns auf interessante und anschauliche Weise die Viertel „Saint-Germain des Près“ und das „Quartier Latin“ vor. Saint-Germain des Près war früher ein Zentrum für Künstler, heute ist jedoch von der damaligen Atmosphäre fast nichts mehr übrig, bis auf ein kleines Bistro namens „Les deux Magots“. Die Immobilienpreise sind nämlich so gestiegen, dass es für Künstler unmöglich ist, sich dort über Wasser zu halten. Im Gegensatz dazu ist das „Quartier Latin“ nach wie vor ein Zentrum der Wissenschaft, dort findet man viele Universitäten und Bibliotheken. Durch das Viertel führt außerdem die längste Straße von Paris (4km), die „Rue de Vaugirard“, auf der wir zum Restaurant „Chez Gladines“ gelangt sind, in dem wir uns zum Abschluss noch die baskische Küche schmecken ließen.

Am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg zur „Cité des sciences et de l’industrie“ gemacht. In dem riesigen Wissenschafts- und Technikmuseum hatten wir die Möglichkeit, verschiedene Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen wie beispielsweise „Universum“, „Gehirn“ oder „Gene“ zu besuchen. In Kleingruppen haben wir Fragebögen zu den besichtigten Bereichen ausgefüllt. Anschließend wurde uns ein Film in der „Géode“, dem größten halbkugelförmigen Bildschirm Europas, vorgeführt. Es handelte sich um den 40-minütigen Film „Grand Canyon“ der uns mit dem Programm Omnimax 180° (10x so groß wie eine normale Kinoleinwand und extrem hohe Auflösung) in der Kuppel der „Géode“ präsentiert wurde. Wir sind mit einem Hubschrauber durch den Grand Canyon geflogen und nahmen an einer Rafting Tour auf dem Colorado River teil. Es war ein einmaliges Erlebnis mit beeindruckenden Bildern.

Während eine kleine Gruppe am letzten Abend unserer Parisreise eine Bootsfahrt auf der Seine unternahm, haben die meisten von uns an der "Tour des rollers" teilgenommen, eine Tour auf Inlinern, die (bei trockenem Wetter) jeden Freitag stattfindet und mit einer Strecke von 25 km mitten durch Paris bei Nacht führt. Wir haben uns mit einigen hundert anderen Inlinefahrern in Montparnasse getroffen und sind um 22:00 Uhr alle zusammen dort gestartet. Der Zug wurde von der Polizei begleitet, die jeweils für kurze Zeit die Straßen, die wir entlang fuhren, für den gesamten Verkehr sperrten. Da es immer wieder bergauf und bergab ging, kamen wir alle ganz schön ins Schwitzen. Einige Male haben wir das Wahrzeichen von Paris sehen können - den beleuchteten Eiffelturm. An den Straßen standen viele Schaulustige, die uns auch anfeuerten. Einige Inlinefahrer hatten Rucksackboxen dabei. Während der kurzen Stopps, die wir einlegten, tanzten manche zur Musik. Alle Beteiligten waren sehr ausgelassen und die Atmosphäre war sensationell! Die gesamte Tour dauerte drei Stunden. Es war ein riesiges Vergnügen, das wir alle nie wieder vergessen werden.

Nachdem wir noch ein wenig durch das 18. Arrondissement, in dem sich unsere Jugendherberge befand, geschlendert waren, stiegen wir am nächsten Tag gegen Mittag in den TGV, der uns nach Hause brachte.

Unser Resümee lautet: c’était formidable!

Die Kursteilnehmer des Kurses Q12 F

b_230_153_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_2.jpg b_230_153_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_3.jpg
b_230_306_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_5.jpg

b_230_153_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_6.jpg

b_230_153_16777215_00_images_stories_2014_15_1_Parisfahrt_4.jpg

Zum Seitenanfang