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Einen musikalischen Leckerbissen konnte das Johannes-Heidenhain-Gymnasium am Freitag, den 26.10.2018 seinen Schülern präsentieren. Vier Musiker der landkreisbekannten Jazzformation „Söhne Traunreuts“ gaben in der Aula der Schule ein kleines Konzert.

Das Besondere an diesem Auftritt: Bastian Pusch, Hans Baltin, Guido May und Christoph Zoelch sind nicht nur Topmusiker, sondern auch ehemalige Schüler unseres Gymnasiums, die bereits in ihrer Traunreuter Schulzeit ihre Liebe zur Musik gefunden und sich für die Musik engagiert haben. Nach dem Abitur am JHG konnte sich dann auch der größte Teil der Bandmitglieder beruflich in der Musik verwirklichen und hat inzwischen einen für erfolgreiche Musiker typischen vollen Terminkalender.

Umso erfreulicher war es, dass die vier „Ehemaligen“ sich extra Zeit genommen hatten, um die Schüler etwas an ihrer Musik teilhaben zu lassen. Dabei gaben sie aber nicht nur einen kleinen Vorgeschmack auf ihr bevorstehendes Konzert am Abend im K1, sondern erläuterten zwischen den Stücken in kurzen Ausführungen, was die Jazzmusik typischerweise ausmacht.

Bastian Pusch vermittelte mit Unterstützung seiner Kollegen in schülergerechten Weise, wie aus einem bekannten Popsong ein typisches Jazzstück werden kann. Als Beispiel verwendete er das allen Schülern bekannte Lied „Cordula Grün“, das wohl auch nach dem Münchner Oktoberfest fast jeder im Ohr hatte. Christoph Zoelch musste dazu am Altsaxophon den Gesangspart übernehmen. In seiner unnachahmlich humorvollen Art demonstrierte Pusch, wie Jazzmusiker aus der eher langweiligen einfachen Harmoniefolge eine etwas komplexere, abwechslungsreichere Folge von Akkorden basteln. Guido May am Schlagzeug ergänzte Puschs Abwandlung, indem er statt des ursprünglichen typischen Popgrooves einen Calypso-Rhythmus vorschlug. Nach einigen Durchläufen des Lieds einigten sich die Musiker auf einen Swing-Rhythmus. Für alle Zuhörer war es dabei faszinierend, live mitzuerleben, wie die vier Musiker das Lied quasi „aus dem Stegreif“ stilistisch veränderten, ohne ihm seinen eigentlichen Erkennungswert zu nehmen.

Gegen Ende der Veranstaltung stellten sich die vier Musiker noch Schülerfragen. Auf die Frage, was sie inspiriert hätte, Musiker zu werden, erzählte Guido May von einem Besuch der Burghausener Jazzwoche in seiner Jugendzeit. Dort habe er zum ersten Mal die große Jazzdrummer-Legende Art Blakey erlebt. Damit stand für ihn fest, ebenfalls Schlagzeuger zu werden. Nach dem Abitur, so May, habe er von Anfang an als Musiker gearbeitet, ohne ein Musikstudium abzulegen. Dass man aber auch auf andere Weise in den Musikerberuf hineinfindet, ergänzte Bastian Pusch. Er habe nach dem Abitur ein Informatikstudium absolviert, nebenher aber schon mit der Musik Geld verdient. Nach erfolgreichem Abschluss stand für ihn fest, dass er trotz der sicheren Berufsaussichten als Informatiker, sein Einkommen auch sicher mit der Musik bestreiten konnte.

Für die Schüler war es eine besondere Gelegenheit, Profimusiker hautnah zu erleben und etwas über deren Werdegang als ehemalige Schüler zu erfahren. Dass man nebenher auf unterhaltsame Weise auch noch etwas über den Musikstil Jazz lernen konnte, macht die Veranstaltung zu einem rundum gelungenen Ereignis. Großer Dank gebührt in diesem Zusammenhang auch dem Technikteam um Christoph Siegmund , die dabei für einen hervorragenden Sound gesorgt hatten und ohne die das Konzert in dieser Professionalität gar nicht möglich gewesen wäre.

StD M. Reuter

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