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Buergervers 0419   1Die vor wenigen Jahren neu eingeführte Bürgerversammlung für Jugendliche wird immer besser angenommen. Am Dienstagnachmittag waren rund 120 Schülerinnen und Schüler aus den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet teils mit ihren Lehrkräften im Saal des k1 und richteten ihre Fragen direkt an Bürgermeister Klaus Ritter.

Das Stadtoberhaupt forderte die Jugendlichen auf: „Sagt, was euch nicht passt. Mir ist wichtig, dass ihr euch äußert.“ Klaus Ritter gab zuvor nur eine stark verkürzte Version des jährlichen Rechenschaftsberichtes ab, in dem es vor allem um Themen ging, die die jungen Bürger interessieren. Laut den gezeigten Statistiken besuchten im vergangenen Jahr 718 Buben und Mädchen die Grundschulen im Stadtgebiet und 2548 die weiterführenden Schulen. In den elf bestehenden Kindertagesstätten standen 776 Betreuungsplätze zur Verfügung. Nach dem Bericht stand der Bürgermeister den Schülern Rede und Antwort.

Fabi vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium wollte beispielsweise wissen, warum im Stadtzentrum und speziell am Rathausplatz so wenige Grünflächen zu finden sind. Klaus Ritter erläuterte, dass sich der Stadtrat entscheiden musste, was an diesem Platz passieren soll. Um Veranstaltungen wie das Stadtfest, den Stadtlauf, Weihnachtsmarkt und andere durchführen zu können, sei nun mal eine freie Fläche ohne Bäume am besten geeignet. „Mir gefällt der Platz, so wie er ist“, betonte Klaus Ritter, räumte aber ein, dass es natürlich auch andere Meinungen dazu gibt. Klara wollte wissen, ob geplant ist, den Zauberwald neu zu bepflanzen. „Da war der Käfer drin“, lautete die Aussage des Bürgermeisters. Der Stadtgärtnermeister sei aber darum bemüht, zu retten, was zu retten ist, und dass wieder eine grüne Fläche entsteht. Außerdem äußerte die Gymnasiastin den Wunsch nach einem Jugendcafé in der Stadt. Wie der Bürgermeister und auch Stefan Stadler vom JUZ ausführten, gebe es dazu immer wieder Überlegungen. Ein separates Café sei wohl nicht zu machen, aber beispielsweise sei denkbar, einen solchen Treffpunkt bei einem Neubau der Stadtbücherei zu integrieren. Dass zu wenig Abfallbehälter und Hundetoiletten bereitstehen und deshalb viel Müll herumliegt, sprach Laura an. Der Bürgermeister konterte sogleich: „Wir haben im Stadtgebiet 177 Parkbänke mit 93 Abfallkörben und 54 Hundetoiletten, das ist doch gar nicht so wenig.“ Er nehme aber gerne Anregungen an für neue Standorte. Andrej aus der Mittelschule wollte wissen, ob die Schaffung eines Hundeparks  möglich wäre. Dafür seien aber erst einmal ein passendes Grundstück und dann Personen, die das Gelände pflegen und sauber halten, notwendig, lautete die Antwort. Außerdem gebe es doch rund um Traunreut genügend Möglichkeiten, einem Hund Auslauf zu verschaffen. Vergünstigte Tickets für Schüler zu Veranstaltungen im k1 hätte Gymnasiastin Rebekka gerne. K1-Leiterin Anke Hellmann versprach, dass sie schon dran sei, das Angebot für den jugendlichen Kundenkreis zu erweitern und bat noch um ein wenig Geduld. Informationen über die Neugestaltung der Fläche, wo der alte Bauhof stand, wollte Anastasia. Der Bürgermeister informierte über den Investorenwettbewerb und dass dort Ladenzeilen sowie Geschosswohnungsbau  entstehen solle. Einen Kletterturm oder eine Kletterhalle wünschte sich ein weiterer Schüler und erfuhr, dass ein eventueller Betreiber verschiedene Standorte angeboten bekommen habe, die er noch prüft. Sicher ist aber: „Die Stadt selber baut nicht, wir brauchen einen Investor dafür.“ Eine Möglichkeit, um an der Traun zusammen sitzen und feiern zu können, wünschte sich ein Gymnasiast vom Bürgermeister. Dieser Ritter wäre nach seinen Worten gerne bereit, so eine Fläche zur Naherholung in den Traunauen zu schaffen, wenn da nicht die Frage der Sauberkeit wäre und die Erfahrung, dass an solchen Plätzen meist die Verunreinigung schnell voranschreitet. 

Weitere Fragen der sehr interessierten Jugendlichen befassten sich mit dem Eröffnungstermin für das Freibad (2. Mai), den Busfahrzeiten für die Schüler von außerhalb, ein gewünschtes Klettergerüst im Pausenhof der Mittelschule, Straßenlampen am Fußweg zwischen Fasanenjäger und Anning, Schmierereien an Gebäuden und auf Bänken, die Ampelschaltzeiten, sowie die Anzahl der E-Tankstellen in der Stadt und die mögliche Einführung von Medientutoren an den Schulen. Das Stadtoberhaupt hatte für jede Frage eine Antwort parat, musste die Fragesteller jedoch bei manchen Themen an andere Verantwortliche wie beispielsweise den Landkreis verweisen.

P. Mix

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