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Roadshow 120   2Wie geht es nach dem Abitur weiter? Welche Alternativen zum Studium eine berufliche Ausbildung in Industrie und Handwerk bieten kann, das machte die mittlerweile achte Roadshow des Regionalmanagements Chiemgau deutlich.  43 Schüler der Jahrgangsstufe Q11 des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums in Traunreut bekamen auf der Busrundfahrt einen lebendigen Einblick in die Berufspraxis von vier unterschiedlichen Ausbildungsbetrieben aus dem Landkreis.

Als Spezialist für individuelle orthopädie- und rehatechnische Versorgung hat sich die Pohlig GmbH mit knapp 650 Mitarbeitern, davon 80 Auszubildende, einen Namen gemacht. Neben der Zentrale und weiteren Einrichtungen in Traunstein verfügt das knapp 100-jährige Familienunternehmen über zehn weitere Standorte in Deutschland und Wien. Unterstützt von Filmbeiträgen  und den Auszubildenden Maria und Nicolas erklärte Orthopädietechnikermeister Thomas Krämer die unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkte und Aufgaben der vier Ausbildungsberufe (Orthopädietechnik-Mechaniker, Orthopädie-Schuhtechniker, Bürokaufleute und Einzelhandels-kaufleute mit Schwerpunkt Logistik oder Sanitätsfachhandel). Fasziniert zeigten sich die Schüler bei der Betriebsführung davon, wie bei der Planung und Umsetzung der Prothesen und Orthesen Hightech und Handwerk Hand in Hand gehen.

Roadshow 120   1Seit 1921 gibt es das Unternehmen Zach Elektroanlagen GmbH & Co. KG in Emertsham. Es ist mit rund 130 Mitarbeitern, davon 21 Auszubildenden, als Komplettanbieter für Elektroanlagen und Projektexperte im Prozessanlagenbau bis weit über die Region hinaus und sogar im Ausland gefragt. Florian Haller, Ausbilder für die Elektroniker im Bereich Energie- und Gebäudetechnik, erläuterte den Gymnasiasten beim Betriebsrundgang praktisch vor Schaltanlagen, Kästen mit komplexer Prozesstechnik, Werkzeugbänken und am Computer die unter-schiedlichen Tätigkeiten bei der Planung und auf der Baustelle. Ergänzend bildet der Betrieb auch Elektroniker für Betriebstechnik und Industriekaufleute aus. „Mir macht die Herausforderung Spaß, komplexe Anlagen aufzubauen und in Betrieb zu nehmen“, erklärte Franz Reitschuh, ehemaliger Abiturient am JHG und Azubi bei Zach im dritten Lehrjahr.

Bei der Firma Otto Chemie in Fridolfing hob der Berufsnachwuchs die Förderung der Eigenverantwortung und die starke Einbindung der Auszubildenden in Betriebsabläufe und Projekte sowie die sehr familiäre Atmosphäre hervor. Als einer der europaweit führenden Hersteller hochwertiger Dicht- und Klebstoffe für professionelle Anwender beschäftigt die Firma 460 Mitarbeiter, davon 19 Auszubildende. Im lebendigen Dialog mit den Gymnasiasten stellten elf von Ihnen zusammen mit Dr. Monika Strecha aus der Personalabteilung die Anforderungen der Aus-bildungsberufe Mediengestalter (Digital/Print), Industriekaufleute und Chemielaborant vor. In der Diskussion ging es um Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, Bewerbungsgespräche oder die Förderung von Bildungsangeboten im Ausland.

Wie die Digitalisierung vieler Prozesse in der Industrie 4.0 inzwischen auch die Ausbildung 4.0 an modernsten Arbeitsplätzen prägt, erfuhren die Schüler aus Traunreut beim Unternehmen AlzChem Group im Chemiepark Trostberg. Das weltweit aktive Spezialchemie-Unternehmen hat rund 1.560 Mitarbeiter, davon  140 Auszubildende. Karriere-Experten und Ausbilder stellten die Einsatzbereiche und Aufstiegsmöglichkeiten für die Berufe Chemielaborant, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker für Systemintegration oder Industriekaufleute vor. In der Diskussion mit vier Auszubildenden interessierten die Schüler Fragen über Studienmöglichkeiten nach der Berufsausbildung, Übernahmesicherheit oder Gründen für die Entscheidung zur Ausbildung bei AlzChem. 

Sämtliche Ansprechpartner aus den Firmen verwiesen auf die Vorteile, das jeweilige Unternehmen sowie die Berufe und Tätigkeiten vorab im Rahmen kurzer oder längerer Betriebspraktika kennenzulernen.

Axel Effner

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