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Vortrag Latein   5Gladiatorenkämpfe waren keine blutigen Gemetzel, bei denen die Kämpfer reihenweise abgeschlachtet wurden ... Am Dienstag, 14.7.15, konnten die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen den Historiker und Experimentalarchäologen Dr. M. Junkelmann bei einem Vortrag erleben.

Sehr lebhaft berichtete dieser zunächst von der Alpenüberquerung im Jahr 1985 anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg. Acht Leute hatten in der originalgetreuen Ausrüstung römischer Legionäre zusammen mit einem Maultier in 24 Tagen 540 km zu Fuß zurückgelegt; jeder Teilnehmer hatte dabei 45 kg zu tragen. Etwas später ritt er mit einer Gruppe in drei Etappen den Limes ab. Materialfunde aus archäologischen Grabungen, bildliche Darstellungen und schriftliche Quellen lieferten dabei jedes Mal die Vorlage für die Ausrüstungsgegenstände; einige davon wie Kettenhemd, Schilde, aufwendig gemachte und äußerst strapazierfähige Schuhe und etliche verschiedene Helme führte Herr Dr. Junkelmann vor und ließ sie auch die Schüler anprobieren.

Schwerpunkt des Vortrags am JHG waren dann die Gladiatorenkämpfe im römischen Reich. Kenntnisreich stellte der Historiker einige Vorstellungen richtig, die wir vor allem aus Filmen haben. Es handelte sich um einen Kampfsport mit klaren Regeln und Schiedsrichtern. Gladiatoren waren oft geradezu Stars der damaligen Gesellschaft, bestens ausgebildet und trainiert führten sie ein ganz normales Leben, auch als Besiegte wurden sie – als teure Spitzensportler – nur selten getötet. Ernährung und medizinische Versorgung könnten auch heute kaum besser sein.

Herr Junkelmann beschrieb detailreich eine solche Veranstaltung, angefangen von Werbung auf Hauswänden, dem Festzug vorab und der genauen Abfolge der Kämpfe, die oft auch von Musik begleitet waren. Es kämpften jeweils festgelegte Paare, die verschieden, aber gleichwertig ausgerüstet waren. Äußerst beliebt war zum Beispiel der Retiarius (Gladiator ohne Helm mit Netz und Dreizack) gegen den Secutor („Verfolger“; Gladiator mit Spezialhelm und Lanze).

In der Kaiserzeit fand manchmal vormittags vorher noch eine Venatio statt, wo wilde oder dressierte Tiere gegen einen „Jäger“ bzw. auch Tiere gegeneinander kämpften. Eine solche „Jagd“ darf nicht verwechselt werden mit einer „damnatio ad bestias“, also der Hinrichtung der zum Tod Verurteilten.

Herr Dr. Junkelmann ließ sich von seiner ansteckenden Begeisterung so hinreißen, dass leider am Ende kaum noch Zeit für Fragen aus dem interessierten Publikum blieb.

StRin M. Arzberger

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