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Austausch FR 1017   2Obwohl man sich aus Briefen schon einige Zeit kannte, war die Aufregung bei den 17 Schülern aus den 9. Klassen doch groß als der französische Bus mit den 19 Austauschpartnern aus Thiaucourt in Lothringen nach neunstündiger Fahrt auf den Parkplatz des JHG fuhr. Noch nervöser waren allerdings die französischen Schüler, vor denen eine Woche in einem Land mit einer anderen Kultur und einer anderen Sprache lag.

Viel Zeit für Heimweh sollte es in diesen sieben Tagen angesichts des gut gefüllten Programms und der zahlreichen privaten Unternehmungen jedoch nicht geben.

Der Sonntag stand den Familien zur freien Verfügung. Wie auch die ganze Woche über taten sich jeweils mehrere Familien zusammen und unternahmen einen Ausflug. Ein kleines Klassentreffen gab es in Gstadt, von wo aus mit dem Schiff zur Herreninsel übergesetzt wurde. Im Schloss Herrenchiemsee wartete eine exklusive Führung auf Französisch durch eine Studentin auf die Schülergruppe. Zurück zum Schiff fuhr man dann standesgemäß in der Pferdekutsche. Einige Jungen – die dieses Jahr ganz deutlich in der Minderheit waren – durften zu einer Führung durch die Allianz Arena nach München fahren.

Der Anfang der Schulwoche stand unter dem Thema ‚Erkundung von Traunreut und Umgebung’. In der Produktion der Bäckerei Lehrbach in Trostberg, die den Austausch schon seit 7 Jahren unterstützt, erfuhren die Gäste Wissenswertes rund um die Herstellung der Backwaren, durften selber Brezen drehen und Krapfen dekorieren und am Ende eine Palette der hauseigenen Produkte verkosten. Auf einer Busrundfahrt durch Traunreut erzählte ihnen sodann Antoine Roudié, der als Volontär aus Frankreich ein Schuljahr am JHG verbringt, Interessantes zur Geschichte und aktuellen Situation der Stadt. In der anschließenden Rallye mit Aufgaben rund um den Stadtplatz mussten die Schüler ihren Alltagswortschatz verwenden, um Aufträge zu erfüllen und Einiges zur Geschichte der Stadt herauszufinden.

Am folgenden Tag wurden die französischen Schüler in Begleitung ihrer deutschen Partner beim Empfang im Rathaus offiziell begrüßt. Durch einen Film über Traunreut und die Antworten des Bürgermeisters auf Schülerfragen erfuhren die jungen Franzosen noch mehr über die Stadt ihrer Partner. Den schulischen Alltag lernten die jungen Franzosen an diesem Tag durch die Teilnahme am Unterricht kennen. Für beide Seiten interessant waren die Schulführungen in kleinen Gruppen, die Schüler der 8. Klasse in der Fremdsprache vorbereitet hatten. Ein Nachmittag mit Sport und Spiel rundete den offiziellen Teil des Tages ab. Wie an jedem anderen Tag ging es jedoch privat weiter mit gemeinsamen Aktivitäten wie Kochen, Singen, Bowling oder Spielen.

Die Busfahrt in die Berge am nächsten Tag nutzte dann auch der ein oder andere, um ein wenig Schlaf zu bekommen. Beim Besuch des Salzbergwerkes Berchtesgaden waren alle aber wieder hellwach. Vor allem die Einfahrt mit dem kleinen Zug, die Rutschen und die Fahrt über den Salzsee machten allen Spaß! An diesem Tag spielte das Wetter so gut mit, dass alle den Spaziergang um den malerisch gelegenen Hintersee danach in vollen Zügen genießen konnten.

Auch Großstadtluft durften die Schüler aus Frankreich am Donnerstag schnuppern. Ihre Stadttour führte sie nicht nur zu den klassischen Sehenswürdigkeiten, sondern auch zur Universität und zum englischen Garten. Im Anschluss daran durften die Schüler die Altstadt in Kleingruppen erkunden.

Die Besichtigung der Burg und der Brauerei Stein am letzten Tag des Aufenthaltes ist schon Tradition und fand bei den Schülern auch dieses Jahr großen Anklang. Wer noch kein Mitbringsel für die Familie hatte, deckte sich hier damit ein.

Den Abschluss der gemeinsamen Woche bildete der Bayerische Abend in der Aula des JHG. Am Aufbau und an der Programmgestaltung beteiligten sich neben den Teilnehmern des Austausches auch deren Mitschüler. Vor allem das Technikteam war bei der Durchführung des Abends unersetzlich. Als Einstimmung sangen die Schüler des JHG ein bayerisches Lied, worauf eine Kostprobe vom Schuhplattln und vom Drehen folgte. Viel Action gab es beim Armdrücken, beim Maßkrugstemmen und beim Erlernen einiger bayerischer Volkstänze. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, da die Eltern ein reichhaltiges Buffet mit bayerischen Spezialitäten vorbereitet hatten. Während die Eltern zu später Stunde schon mit dem Aufräumen begannen, wurde in der Aula zum Abschluss noch ausgelassen und fröhlich zu modernen Klängen getanzt.

Wenn eine Austauschwoche auch von allen Beteiligten ein gehöriges Maß an Flexibilität und Ausdauer verlangt, dann ist dennoch die intensive Erfahrung, die man in der Begegnung und im Umgang mit den Gästen, aber auch mit den eigenen Mitschülern macht, durch nichts zu ersetzen. So fiel es letztendlich auch nicht ganz leicht, nach einer so schönen gemeinsamen Woche am Samstag Abschied zu nehmen.

OStRin C. Falter

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