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Bufdi 1117   1Am Johannes-Heidenhain-Gymnasium gibt es in diesem Schuljahr erstmals einen jungen Franzosen, der im Bundesfreiwilligendienst „Bufdi“ den Unterricht unterstützt. Antoine Roudie kommt aus der Normandie in der Nähe von Rouen und fühlt sich nach eigenen Angaben sehr wohl in Deutschland und speziell in Traunreut.

Der 18-Jährige hat in Frankreich sein Abitur gemacht und bereits ein Studium der Statistik begonnen, dann aber abgebrochen, weil es doch nicht so ganz seinen Interessen entsprach. Er hat noch keinen festen Plan, was er denn nun studieren oder arbeiten möchte, und nutzt das eine Jahr als Bufdi, um sich darüber klar zu werden. Im Traunreuter Gymnasium unterstützt er die Lehrer im Französisch-Unterricht und hält einen Französisch-Konversationskurs als Wahlfach am Nachmittag. „Ich helfe überall, wo ich gebraucht werde“, lautet seine einfache Zusammenfassung der Aufgaben. Beim Schüleraustausch mit einer französischen Schule vor kurzem betreute er die Gäste aus Frankreich, bei Ausflügen aller Art der Gymnasiasten steht er den begleitenden Lehrern hilfreich zur Seite und in der Hausaufgabenbetreuung der offenen Ganztagsschule hilft er ebenfalls mit. Für einen Tag in der Woche wird er außerdem an die benachbarte Realschule entliehen, wo er ebenfalls im Französisch-Unterricht als Muttersprachler mitwirkt.

Es mache ihm sehr viel Spaß, mit den Schülern zu arbeiten, erzählt Antoine Roudie. „Aber Lehrer werden will ich nicht“, steht für ihn zumindest schon mal fest. Seine ersten Erfahrungen in Deutschland hat der junge Mann als Schüler gemacht, als er an einem Austausch teilnahm und kurze Zeit in der Nähe von Dortmund zur Schule ging. „Das war eine wunderbare Zeit für mich, ich hab nur die besten Erinnerungen daran“, erzählt er in schon sehr gutem Deutsch. Eine Bleibe für dieses Jahr hat er in Traunwalchen gefunden und fühlt sich dort rundum wohl. „Ich liebe Deutschland und will später auch hier studieren“, betont der Franzose. Dabei ist die deutsche Sprache in seinem Heimatland nicht so verbreitet, wie die französische in Deutschland. Ihm sei beim Besuch der französischen Schüler in Traunreut aufgefallen, dass die Deutschen wesentlich besser und häufiger Französisch sprechen als umgekehrt.

Die Lehrkräfte am Johannes-Heidenhain-Gymnasium und Direktor Matthias Schmid sind sehr angetan von dem freundlichen jungen Mann. „Er ist sehr zuverlässig“, betont der Schulleiter, der mit einem Bufdi zuvor noch keinerlei Erfahrungen gemacht hat. Das deutsch-französische Jugendwerk habe der Schule angeboten, einen Bufdi beantragen zu können. Anfangs wusste man nicht so Recht, wie man ihn beschäftigen soll. Aber inzwischen hätten sich für ihn die passenden Einsatzmöglichkeiten ergeben. Die Schule muss für den Franzosen keine Kosten aufbringen, die Miete kann Antoine Roudie zum Großteil mit einer Förderung vom bayerischen Kultusministerium bezahlen. Außerdem erhält er ein geringes Gehalt aus Frankreich. In den Allerheiligenferien besuchten ihn seine Mutter und die Schwester und er zeigte ihnen die Gegend, in der er bis Sommer 2018 leben wird.

Pia Mix

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